![]() |
Fritz Miosga
Zum 16. Geburtstag schenkte mir mein Vater meinen ersten “Photoapparat”: eine Kleinbildkamera mit einem Tessar 1:3.5. Experten sagten mir, das sei das beste Objektiv für Gegenlichtfotos. Mit Rad und Kamera fuhr ich 130 km zur Nordsee und fotografierte meist Gegenlichtaufnahmen. Das Ergebnis war überwältigend. Ich studierte später Architektur. Die kykladische Architektur faszinierte mich. Der damalige Geheimtipp unter Architekturstudenten hieß Santorin. Da fuhr auch ich hin. Dafür kaufte ich mir (in Raten) eine Rollei 6×6 mit Tessar 1:3.5 (!), 12 S/W- Filme und 1 Farbfilm. Auf Santorin fotografierte ich Häuser, Kirchen und das Meer, meist im Gegenlicht. Ich war erneut begeistert – natürlich von dem wunderschönen Ort, aber auch vom Objektiv und den Fähigkeiten der Kamera, die durch Vorsatzlinsen noch mal erweitert wird. Die Rollei hat mich mein ganzes Berufsleben begleitet, bei Bauaufnahmen und bei Modellfotos zog ich sie jeder anderen Kamera vor. Heute schätze ich immer noch das quadratische Format. (Nostalgie: Vor 2 Jahren war ich wieder auf S. Die Rollei begleitete mich) Irgendwann landete jeder bei einem (Kleinbild-)Kamerasystem mit Wechseloptik und umfangreichem Zubehör, nicht nur, aber vor allem wegen der Farbfotografie. Ich entschied mich für Minolta. Meine Minoltas begleiteten mich auf allen meinen Reisen quer durch Europa und Nordafrika. Der Traum, mit den vielen Gehäusen und Objektiven nahtlos in das digitale Zeitalter hinüberzugleiten, war schnell ausgeträumt, als Minolta chinesische Teilhaber bekam und bald pleite war. Ich fotografiere heute mit der Panasonic Lumix FZ50 (wie mehrere Fotofreunde in der Fotogruppe) und ihrer kleinen Schwester, der Lumix TZ6, die mich sehr oft im Alltag begleitet. (Für St. Petersburg hatte mir die Reiseführerin die unauffällige Kamera empfohlen!). Beide Kameras verfügen über Leica-Objektive und genügen voll meinen Ansprüchen. Das liegt an den Vorstellungen, die ich von einem Foto habe: Klarer Bildaufbau, entschiedene Farbkomposition, enger Schnitt. Das S/W-Foto hat für mich nach wie vor seinen Reiz. Meine Philosophie: Suche nach dem Einfachen, das ist das Schwerste, oft ist zu viel zu wenig, mache das, was du kannst, so gut du es kannst, und respektiere den anderen, der anderes ebenso gut zu machen versucht wie du. Sofern ich Lieblingsmotive habe, sind es: Architektur, das Meer, Kinder, Blumen und Portraits. Und ich liebe den Witz im Foto. |
Fotos von Fritz: